Wer Beiträge zahlt oder gezahlt hat, der bestimmt in der gesetzlichen Sozialversicherung mit, wie diese Beiträge eingesetzt werden. Deshalb führt bei wichtigen Entscheidungen an den Parlamenten der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Deutschen Rentenversicherung Saarland und der Ersatzkassen kein Weg vorbei. Deren ehrenamtliche Mitglieder entscheiden, wie Geld ausgegeben wird und mit welchen Personen wichtige Positionen besetzt werden. Die Selbstverwalter wählen und kontrollieren die hauptamtliche Verwaltung und sorgen dafür, dass die Interessen der Versicherten gewahrt bleiben.

Unabhängig und leistungsstark

In Deutschland legt der Gesetzgeber die wesentlichen Rahmenbedingungen für das Renten- und Krankenversicherungssystem fest. Die Selbstverwaltung aber füllt diesen Rahmen aus, wird im Vorfeld gesetzlicher Neuregelungen in politische Entscheidungsprozesse einbezogen und beeinflusst sie im Sinne der Versicherten.

Das Sozialgesetzbuch legt es fest: Die Selbstverwaltung gewährleistet die Eigenständigkeit der Sozialversicherungsträger. Sie sind keine nachgeordneten Behörden, die nach staatlichen Vorgaben Gelder einziehen und verteilen. Die Sozialpartner sind aktiv beteiligt. Erst die Selbstverwaltung gibt den Sozialversicherungsträgern eine eigene Stimme und das Mandat, sich auch politisch einzumischen.

Die Selbstverwaltung hat dabei wichtige Handlungsspielräume: Sie beschließt die Haushalte und trifft grundsätzliche Entscheidungen in den Bereichen Finanzen, Organisation und Personal. Und die Selbstverwaltung ist nah bei den Versicherten: Bei der Rentenversicherung entscheidet sie zudem im Bereich Rehabilitation, bei der Krankenversicherung über die Satzungsleistungen und innovativen Versorgungsmodelle einer Krankenkasse.

Konkreter Nutzen für Versicherte

Ob Behandlungsmethoden bei Reha-Leistungen oder Wahltarife und neue Versorgungsformen – wenn es um die konkreten Interessen von Versicherten geht, entscheiden die gewählten Vertreter in der Selbstverwaltung. Und sie stellen sicher, dass die eingezahlten Gelder der Beitragszahler sparsam verwendet werden. Außerdem engagieren sich Selbstverwalter als Versichertenberater vor Ort und überprüfen auf Antrag in Widerspruchsausschüssen im Einzelfall noch einmal die Entscheidungen des Versicherungsträgers.

Sozialwahl heißt, die Selbstverwaltung weiterzuentwickeln

Alle sechs Jahre ermöglicht es die Sozialwahl: Mit einer Urwahl wählen die Versicherten ihre Vertreter aus ihrer Mitte. Damit richten sie die Selbstverwaltung nach ihren Bedürfnissen aus. Man zahlt nicht nur Beiträge, man hat auch Einfluss darauf, wie diese Beiträge verwendet werden. Das macht das System so leistungsstark. Darum: mitentscheiden und die eigene Interessenvertretung stärken, die Unabhängigkeit von der Politik garantiert und nah an den Menschen ist.